Systematischer Hautschutz beugt Schädigungen und Erkrankungen vor

Grund für Hauterkrankungen ist oft ein mangelhaftes Schutz- und Pflegeverhalten der Mitarbeitenden. Das kommt in vielen Fällen daher, dass die Belastungen und Einschränkungen als zum Beruf gehörige Merkmale akzeptiert werden. Auf erste Symptome für Hauterkrankungen wird daher gar nicht oder zu spät reagiert.

Viele Tätigkeiten im Gesundheitswesen stellen eine Gefährdung für die Haut dar. Dazu zählen:

  • Täglicher Umgang mit hautreizenden Substanzen, z. B. Desinfektionsmittel
  • täglich mehr als 2 Stunden Handschuhe tragen oder Arbeiten mit Wasser
  • häufiges Händewaschen, d.h. ca. 20 Mal/Tag

Hautgefährdende Tätigkeiten können zu einem Abnutzungsekzem führen. Juckreiz, Hautrötungen und rissige und schuppige Haut sind die ersten Symptome. Wird das Ekzem nicht behandelt, kommt es in der Regel zu einem irreparablen allergischen Kontaktekzem.

In einem solchen Fall kann ein Arzt das sogenannte Hautarztverfahren einleiten. Dieses wurde von den Berufsgenossenschaften eingerichtet, damit die Betroffenen umgehend und schnell von einem Hautspezialisten behandelt werden.

Systematischen Hautschutz setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • Vorbeugender Hautschutz
  • Richtige Hautreinigung
  • Regenerierende Hautpflege

Der vorbeugende Hautschutz hat zum Ziel eine Barriere zwischen den schädigenden Stoffen und der Haut zu schaffen. Das wird im Gesundheitswesen in Bereichen in denen z.B. mit Gefahrstoffen gearbeitet wird, durch das Tragen von Handschuhen erreicht.

Beim Einsatz von Handschuhen ist Folgendes zu beachten: die Wahl des richtigen Handschuhs für die jeweilige Tätigkeit, die Beachtung der zulässigen Tragezeiten und die richtige Anwendung der Handschuhe, z. B. nur mit trockenen Händen.

Bei Tätigkeiten, bei denen der Kontakt zwischen schädigenden Stoffen und der Haut nicht vermieden werden kann, hilft die Anwendung von Hautschutzmitteln. Diese bilden auf der Haut idealer Weise eine Schicht, die den Kontakt zwischen dem hautschädigenden Stoff und der Haut verhindert. Hautschutzmittel sollte bei Dienstbeginn aufgetragen werden und danach alle 2 bis 3 Stunden. Im Pflegebereich bietet es sich z. B. an, während der Schichtübergabebesprechung das Hautschutzmittel anzuwenden.

Für eine möglichst hautschonende und richtige Hautreinigung sollten folgende Grundsätze beachtet werden:

  • Dosierung: soviel wie nötig, so wenig wie möglich.
  • Häufigkeit: so oft wie nötig, so selten wie möglich.
  • Lieber desinfizieren als waschen!

Beim Reinigungsmittel kommt es darauf an, dass die Zusammensetzung geeignet ist, die Verschmutzung so schonend wie möglich zu lösen. Im Pflegebereich sind in der Regel milde Reinigungsmittel mit 5 – 15 % waschaktiven Substanzen ausreichend.

Für die richtige Reinigung ist folgendes Vorgehen zu empfehlen:

  • Hände kurz befeuchten
  • Reinigungsmittel zwischen den Fingern und an den Nagelfalzen verreiben
  • Hände mit körperwarmen Wasser spülen
  • Hände mit weichen Einmaltüchern gründlich trocknen

Bei Dienstende und im privaten Bereich, sollte eine regenerierende Hautpflege zum Einsatz kommen. So werden Fette und Feuchtigkeit an die Haut zurückgeführt. Um von den Mitarbeitern akzeptiert zu werden, sollte sich das Hautpflegemittel leicht verteilen, schnell einziehen und angenehm riechen.

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